„Crossing Europe“- Filme in Dornbirn: Ich verstehe Ihren Unmut
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- „Crossing Europe“- Filme in Dornbirn: Ich verstehe Ihren Unmut
- 2026-05-27T19:30:00+02:00
- 2026-05-27T23:59:59+02:00
- Spielboden, Dornbirn, Austria
Das Linzer Filmfestival Crossing Europe (28.4. – 3.5. 2026) gehört inzwischen nicht nur in Österreich zu den interessantesten Veranstaltungen dieser Art. Mit seinem Fokus auf jungen europäischen Autorenfilmer:innen zeigt Crossing Europe mit seiner konsequenten Programmierung immer wieder formal wie inhaltlich gleichermaßen aufregende und ungewöhnliche Filme. Aus dem letztjährigen Programm zeigt der Spielboden das vielfach preisgekrönte norwegische Spielfilmdebüt "Loveable" und den deutschen Dokumentarfilm "Die Möllner Briefe", der aus der Sicht der Opfer ihren Umgang mit den Traumata des rassistischen Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992 und den Kampf mit den Behörden schildert. Aus dem heurigen Programm wurden Jola Wieczoreks beim Max Ophüls Preis preisgekrönter Dokumentarfilm "Die noch unbekannten Tage" und Kilian Fernando Friedrichs Spielfilm "Ich verstehe Ihren Unmut" ausgewählt.
Ich verstehe Ihren Unmut
Deutschland 2026, 93 min, deutsche Originalfassung | Regie: Kilian Fernando Friedrich | Mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic
Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in einer Reinigungsfirma und vermittelt täglich zwischen Kundinnen, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Sie hat versucht, einen nicht offiziell angemeldeten Arbeiter eines Subunternehmers abzuwerben und damit gegen die Vorschriften verstoßen. Nun droht der Subunternehmer, die Zusammenarbeit einzustellen, wenn Heike ihm nicht mehr Arbeitsstunden und Einnahmen zusichert. Um diesen Forderungen nachzukommen, muss sie einen ihrer eigenen Mitarbeiter entlassen – einen Kollegen, den ihre Freundin Taja sehr schätzt. Heike gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung für die eigenen Mitarbeiterinnen und den Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor.
Pressestimmen:
"Kilian Armando Friedrich erzählt aus dem Inneren dieser Arbeitswelt, in atemloser Nähe und mit einer Wucht, die man körperlich spürt." (lichter-filmfest.de)
"Auch wenn der mutige Spielfilm nicht perfekt gelungen ist, beweist er dennoch, dass politisch relevante Themen auch ins Kino, nicht nur an den Stammtisch oder in die immer gleichen Talkshows gehören." (film-rezensionen.de)
"Wie in den besten Filmen von Ken Loach oder der Brüder Dardenne ist auch Heike keine Heilige, im Kapitalismus macht sich jeder die Hände schmutzig. Man mag sie trotzdem oder eben deswegen. Und bewundert, wie kompromisslos und doch einfühlsam der Film aktuelle Diskurse verdichtet und die oft menschenunwürdigen Mechanismen von Outsourcing und Gig Economy sichtbar macht. " (goethe.de)
Zweiter Spieltermin am Mi, 10.6. – 19:30 Uhr
In Kooperation mit: Crossing Europe Filmfestival Linz