„Crossing Europe“- Filme in Dornbirn: Die Möllner Briefe

Das Linzer Filmfestival Crossing Europe (28.4. – 3.5. 2026) gehört inzwischen nicht nur in Österreich zu den interessantesten Veranstaltungen dieser Art. Mit seinem Fokus auf jungen europäischen Autorenfilmer:innen zeigt Crossing Europe mit seiner konsequenten Programmierung immer wieder formal wie inhaltlich gleichermaßen aufregende und ungewöhnliche Filme. Aus dem letztjährigen Programm zeigt der Spielboden das vielfach preisgekrönte norwegische Spielfilmdebüt "Loveable" und den deutschen Dokumentarfilm "Die Möllner Briefe", der aus der Sicht der Opfer ihren Umgang mit den Traumata des rassistischen Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992 und den Kampf mit den Behörden schildert. Die beiden Filme aus dem heurigen Programm werden Ende März fixiert

Die Möllner Briefe

Deutschland 2025, 96 min, deutsche Originalfassung | Regie: Martina Priessner | Dokumentarfilm

Im November 1992 wird das Leben von İbrahim Arslan und seiner Familie durch rassistische Brandanschläge in Mölln auf grausame Weise zerstört. İbrahim, damals sieben Jahre alt, überlebt die Katastrophe, verliert jedoch seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Die Tragödie hinterlässt tiefe Wunden, die die Familie bis heute begleiten. Jahre später tauchen Hunderte von Solidaritätsschreiben auf, die unmittelbar nach dem Anschlag an die Stadt geschickt wurden, aber über Jahrzehnte unbeachtet blieben. İbrahim begibt sich auf eine bewegende Erinnerungsreise, während er mit drei Menschen zusammentrifft, die damals Briefe geschrieben haben. Diese Begegnungen eröffnen einen intensiven Austausch über Verlust, Solidarität und die Frage, wie Gesellschaft mit Gewalt und Diskriminierung umgeht.

Pressestimmen:

"Priessner hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und zeigt: Erinnern ist keine Pflicht der Vergangenheit, sondern eine Verantwortung der Gegenwart." (taz)

"[Der Film] formuliert eine leise Anklage gegen ein System, das Trauer isoliert und Solidarität verzögert. Ein kraftvolles Plädoyer gegen das Vergessen, das aufwühlt und zugleich Hoffnung gibt." (filmdienst.de) 

In Kooperation mit: Crossing Europe Filmfestival Linz